Gewichtschaos nach dem Rauchstopp?

Viele scheuen sich, mit dem Rauchen aufzuhören, weil sie Angst haben, dass sie an Gewicht zunehmen. Ein Horrorgedanke, nach dem Rauchstopp mit 10 kg mehr auf den Hüften und auch noch mit schlechter Laune durchs Leben zu gehen. Dabei muss das gar nicht so sein. Ca. 50 {5e9839327e46cc4e34b0b4c2c89e61751dabaf7f6cb9081a8f06e2f89de58ac8} der Ex-Raucher nehmen kein Gramm an Gewicht zu – einige nehmen sogar ab. Als kleine Hilfe kann man sich vornehmen, nach dem Rauchstopp auch ein Ernährungs- und Bewegungskonzept zu beginnen.

Stoffwechsel

Nikotin kurbelt den Stoffwechsel an und Raucher verbrauchen ca. 200 Kalorien mehr als Nichtraucher. Dieser erhöhte Kalorienverbrauch fällt nach dem Rauchstopp weg. Unter Umständen kann man zwei bis drei Kilo zunehmen, die aber wieder verschwinden, sobald sich der Körper auf den neuen Stoffwechsel eingestellt hat.

Es wird auch der Verdauungstrakt mit dem Nikotin angeregt. Deshalb haben einige Raucher nach dem Aufhören, Probleme mit dem regelmäßigen Toilettengang. Aber auch dies ist nur vorübergehend und spielt sich wieder ein. Zwischenzeitlich kann man mit vollwertiger Ernährung diese Phase übergehen.

Als weiterer Punkt hat Nikotin Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. So kann es durchaus sein, dass der Raucher zum Frühstück nur Kaffee und Zigarette benötigt und mehrere Stunden ohne Hungergefühl auf das Essen verzichten kann. Nach dem Aufhören können Heißhungerattacken auftreten. Diese sind aber in der Regel nicht echt, sondern ein Entzugssymptom. Hier gilt es, auf seinen Körper zu hören und zu hinterfragen, ob es Hunger ist oder Appetit. Meistens kann man durch ein Glas Wasser oder eine kurze Ablenkung dieses Phänomen überstehen – nach ca. zehn Minuten ist es wieder verschwunden.

Aktiv durch Nikotin?

Raucher stehen ständig unter Strom. Der Anstieg von Adrenalin – unserem Fluchthormon – macht den Raucher aktiv und ständig auf „Hab-Acht-Stellung“. Dopamin wird besser übertragen, was den Raucher positiv stimmt und das Wohlbefinden steigert. Serotonin sorgt für gute Laune und ist ein Appetitzügler. Alles in allem also positive Auswirkungen des Nikotins.

Was wir aber nicht vergessen dürfen ist, dass die negativen Auswirkungen weitaus größer sind als die positiven. Nikotin macht hochgradig süchtig und krank. Dies macht sich in einer Vielzahl von Erkrankungen bemerkbar – nicht nur durch Lungenerkrankungen, Herzinfarkte oder Schlaganfall. Nein, oft sind es Erkrankungen, die wir nicht sofort mit dem Rauchen in Verbindung bringen. Zigarettenkonsum macht den ganzen Körper krank, wie zum Beispiel Fruchtbarkeitsprobleme, es werden Augen, Ohren, Zähne, Haut, Mundschleimhaut, Magen und so weiter angegriffen. Die Liste ist unendlich.

Essen schmeckt wieder

Ein weiterer Punkt der Gewichtszunahme könnte sein, dass dem Ex-Raucher das Essen wieder schmeckt. Nach ca. sieben Tagen erholen sich die Geschmacks- und Geruchsnerven. Man kann wieder besser zwischen salzig und süß unterscheiden – der Geruch wird besser wahrgenommen. Dies kann dazu führen, dass mehr gegessen wird. Aber auch hier gilt es, nach einigen Wochen pendelt sich das Essverhalten wieder ein. Sollte weiterhin vermehrt gegessen werden, könnte das andere Gründe haben und nicht der Rauchstopp ist schuld. Hier hilft oft eine Gesprächstherapie und Ursachenanalyse.

Fazit: Es gibt mehr gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören als es weiterhin zu tun. Raucher, die mit Fumarexin aufgehört haben, berichten zudem, dass sie weniger unter Gewichtszunahmen leiden. Das mag wohl auch daran liegen, dass es durch den Wegfall der Entzugserscheinungen nicht zu einer Suchtverlagerung kommt – wie zum Beispiel essen statt zu rauchen.

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